Erdwärme
Erdwärme als zusätzliche Energiequelle ist eine Alternative
nachhaltiger Energiegewinnung.
Diese Idee ist längst nicht neu, denn schon
über einen sehr langen Zeitraum machen Menschen sich die Tatsache zu nutze, dass
99% der Erde über eine höhere Temperatur als 1000 Grad verfügen. Die nahe der
Erdoberfläche lagernde Energie ist sowohl zum Heizen als auch zur Erzeugung von
Strom nutzbar.
Menschen waren bereits vor 10000 Jahren in der Lage, in
der Erde vorhandenes warmes Wasser zum Kochen, Waschen oder auch zu Heizzwecken
einzusetzen.
Bestes Beispiel sind die Kelten, Germanen und Gallier, die schon
vor 2000 Jahren die Erdwärme in Form der Thermalquellen nutzten.
Das
erste Erdwärmekraftwerk der Welt ersann der Italiener Graf Piero Ginori Conti in
Lardarello. Hier stoßen die afrikanische und eurasische Kontinentalplatten
aufeinander und nahe unter der Erde liegende Wasserspeicher heizen sich auf,
daraus erzeugte Conti mittels Turbinen 220 kWh Stromleistung.
Die
Vorteile liegen klar auf der Hand, diese Art und Weise der Energiegewinnung ist
zu 100% umweltfreundlich, anders als Sonnen- oder Windenergie immer verfügbar
und die angewandte Technik birgt im Gegensatz zur Kernkraftgewinnung keinerlei
Risiken und Nebenwirkungen. Außerdem ist das Potential gegenüber Brennstoffen
aller Art einfach unerschöpflich.
In Island beziehen schon heute 90% der
Haushalte ihre Heizleistungen aus Erdwärme.
Die Erdwärmenutzung
erfolgt hauptsächlich auf zwei verschiedene Arten, einmal per oberflächnnaher
Geothermie, wobei Wärmepumpenheizungen die Kühlung und Heizung von Räumen
übernehmen. Zum anderen kann aus tiefer liegenden Gesteinsschichten Wärme
gewonnen werden, die wahlweise auch zur Stromerzeugung verwendbar ist.
Zweitens unterscheiden Geothermiker je nach der Temperaturintensität und
Größe des Aufkommens zwischen Hoch- und Niedrigenthalpielagerstätten.
Für
die Stromerzeugung mittels Erdwärme kommen nur die Hochenthalpielagerstätten in
Frage, die in der Regel in vulkanischen Gebieten auftreten. Sind diese nicht nur
mit warmem Wasser sondern mit heißem Dampf gefüllt, werden damit Turbinen
angetrieben, die dann Strom liefern. Die Niedrigenthalpielagerstätten müssen
eine Temperatur von über 100 Grad aufweisen, um sie für die Stromgewinnung zu
nutzen. Dabei gibt es je nach Beschaffenheit drei verschiedene Methoden der
Gewinnung, erstens hydrothermale-, zweitens petrothermale Systeme und
schließlich die tiefen Erdwärmesonden.
Die Nutzung oberflächennaher
Erdwärmereservoirs wird hierzulande am häufigsten angewandt und ist mit dem
geringsten technischen Aufwand möglich. Diese Art der Energiegewinnung kommt
regelmäßig in Verbindung mit der Wärmegewinnung zum Einsatz. Wesentlich
effizienter jedoch ist die Kraft-Wärme-Kopplung geothermischer Anlagen Sandfilter.
In Deutschland ist die Anzahl der Lagerstätten von Heißwasser in
oberflächennahen Bereichen eher gering, so dass eine Nutzung auf ausgewählte
Gebiete bisher sehr beschränkt war. Eine neue Methode, das
Hot-Dry-Rock-Verfahren (HDR) allerdings eröffnet auch hier ganz neue
Möglichkeiten. In Tiefen von 4000-5000 Metern weisen die Gesteine Temperaturen
von 200-300 Grad auf. Über ein Bohrloch kann Wasser in diese Schichten gespült
werden, das sich aufheizt und über ein weiteres Bohrloch wieder an die
Oberfläche gelangt und hier nicht nur Wärme abgibt sondern auch zur
Stromerzeugung genutzt werden kann.
