Stromanbieter

Seit der Liberalisierung des Strommarktes in Deutschland im Jahr 1998

hat zwischen den Stromanbietern ein harter Wettkampf stattgefunden, mit dem Ergebnis, dass ungefähr 90% des Marktes in der Hand von vier Stromriesen liegen und die Strompreise Jahr für Jahr ansteigen und heute weite über dem Niveau vor der Liberalisierung liegen. Die großen Konzerne RWE, E.on, EnBW und Vattenfall beherrschen den Markt.

Neben den vier großen überregionalen Verbundunternehmen gibt es in Deutschland haben sich seit 1998 etwa 200 neue Stromanbieter auf dem deutschen Markt betätigt, darunter auch ausländische Unternehmen.

Die etablierten Stromanbieter waren gezwungen ihren Kunden wettbewerbsfähige Angebote zu unterbreiten um eine Abwanderung zu verhindern, bzw. die Zahl der Abwanderer so klein wie möglich zu halten.

Das hat letztlich dazu geführt, dass in Deutschland nur etwa 5% der Bevölkerung nach der Öffnung des Strommarktes auch tatsächlich ihren Stromanbieter gewechselt haben. Politik und Verbraucherschützer beklagen diese Situation.

Seit 2001 etwas haben die Stromanbieter die Preise für den Strom schrittweise drastisch angehoben, mit der Begründung die Kosten für die Stromerzeugung seien gestiegen, steigende Preise von Kohle und Erdgas und die Erhöhung der Ökosteuer. Der Anteil des Staates am Strompreis liegt in etwa bei 40%. Ein Drittel des Strompreises beträgt dann noch das so genannte Netznutzungeentgelt, das die Kunden für die Durchleitung des Stromes in das Netz bezahlen.

Ein organisches Wachstum ist für die Stromanbieter kaum möglich, die Nachfrage nach Strom, also der Verbrauch steigt jährlich lediglich um nicht einmal 1%. So herrscht zwischen den Stromanbietern ein regelrechter Verdrängungswettbewerb, einzelne Stromanbieter versuchen durch günstige Angebote anderen Stromanbietern die Kunden wegzunehmen. So startet Yello Strom zum Beispiel immer wieder größere Marketingaktionen in den Städten und versucht mit gezielten Kampagnen die Kunden von einem Wechsel des Stromanbieters zu überzeugen. Startet eine solche Aktion zu einem Zeitpunkt wo viele Kunden gerade ihre Stromabrechnung erhalten haben und nachzahlen müssen, hat der Anbieter Yello gute Chancen neue Kunden zu gewinnen.

Da die Kunden sich mit einem Wechsel des Stromanbieters nicht langfristig binden, entsteht ihnen kein Nachteil. Wer zu einem Stromanbieter wechselt, der von den vier großen Konzernen unabhängig ist, trägt mit seinem Wechsel ein Stück weit dazu bei, dass sich der Wettbewerb weiter intensiviert.
Statistiken zufolge zahlen die deutschen privaten Verbraucher etwa 5 Milliarden Euro zu viel für ihren Strom. Die Spitzengewinne der Energiekonzerne stehen dem gegenüber. Daraus werden auch die hohen Dividendenzahlungen für die Aktionäre finanziert.