Wasserkraft ein umweltfreundlicher Stromerzeuger
Wasserkraft ist im Prinzip nichts anderes als die Umwandlung von Wasser in elektrische Energie. Wasserkraft wurde früher über Wasserräder beispielsweise durch Mühlen genutzt. Es gab zwei Arten von Mühlen. Einmal die, bei den die Radschaufeln von oben mit Wasser gespeist wurden, oder solche, bei den die unteren Schaufelspitzen im fließenden Wasser hängen. Am %u201EDeutschen Mühlentag%u201C, immer am Pfingstmontag, kann man diese alten Mühlen noch besichtigen.
Diese alten Schaufelräder wurden in der Neuzeit der Wasserkraft durch leistungsfähigere Turbinen ersetzt. Das Turbinen-Prinzip mit Pumpen-Prinzip vergleichbar, allerdings sind Kraft und Wirkung entgegengesetzt. Ein großer Vorteil der Wasserkraft sind die einfachen Speichermöglichkeiten. Durch das Aufstauen des Wasser oder durch sein Hochpumpen auf höheres Niveau in so genannte Pumpspeicherkraftwerke ist Wasserkraft beinahe verlustfrei zu speichern und 24 Stunden am Tag kurzfristig verfügbar um einen erhöhten Strombedarf in Spitzenzeiten abzudecken
Die Effektivität eines Wasserkraftwerkes, also Energiemenge oder elektrische Leistung, lässt sich an jedem Standort durch den Wassermengenstrom und die Fallhöhe vorausberechnen. Der Wirkungsgrad beträgt je nach Anlagengröße erstaunliche 70 bis 80 Prozent. In Europa ist die Wasserkraft-Stromproduktion sehr unterschiedlich und richtet sich nach den geografischen Bedingungen: So stammen in Deutschland lediglich nur vier Prozent, in Norwegen jedoch bis zu 90 Prozent des erzeugten Stroms aus Wasserkraft.
Man unterscheidet folgende Wasserkraftwerke:
Laufwasserkraftwerke: Laufwasserkraftwerke kommen am häufigsten zum Einsatz. Meistens sind es Wasserräder an Flüssen oder Kanälen. Sie sind ständig im Betrieb und liefern Strom. Oft entsteht der Druck auch noch durch ein Gefälle.
Speicherwasserkraftwerke: Sie beziehen ihr Wasser aus hoch gelegenen Seen, das über Druckrohrleitungen aber auch durch Stollen auf die Turbinen des im Tal-Kraftwerks trifft.
Pumpspeicherkraftwerk: Sie arbeiten nach dem Prinzip: Erst wird gepumpt und dann in künstlich angelegten Becken gespeichert. In stromarmen Zeiten wird das Wasser nach oben in das Speicherbecken gepumpt, in Spitzenzeiten wird das Wasser aus dem oberen Becken über die Turbinen abgelassen und so Spitzenstrom erzeugt.
Wellenkraftwerke: Diese nutzen den Wellenschlags der Meere aus. Voraussetzung dafür sind günstige Küsten, wie man sie vor England, Norwegen, Frankreich oder Dänemark vorfindet. Kernstück ist der Wellengenerator. Die Wellen werden in eine Betonkammer gelenkt, und der schnelle Wasseranstieg presst die Luft zusammen. So entstehende Pressluft, die eine Turbine antreibt. Ebenso wird der Unterdruck beim Zurückschwappen der Welle zum Antrieb der Turbine benutzt.
Gletscherkraftwerke: Es wird ein an seinem tiefsten Punkt ein Schmelzwassersee angebohrt, damit auch im Winter genug Wasser zur Verfügung steht. Das Wasser wird per Rohr unter dem Eis an die Küste geleitet, wo es in den Turbinen Strom erzeugt.
Gezeitenkraftwerke: Ein solches Wasserkraftwerk nutzt die zweifache Kraft des Wassers, denn es wird zweimal durch Turbinen geleitet: einmal, wenn es bei Flut ein Becken füllt, und dann, wenn es bei Ebbe wieder heraus fließt. Dies ist allerdings nur dann effektiv, wenn der Unterschied zwischen Ebbe und Flut mehr als zehn Meter beträgt.
Aufgrund der topografischen und geologischen Voraussetzungen ist Wasserkraft in Deutschland nur sehr begrenzt einsetzbar. Eines der größten Wasserkraftwerke wird zur Zeit am Oberrhein gebaut.
